Die 7. Klassen unternehmen jedes Schuljahr eine Waldexkursion im Rahmen des MUT-Unterrichts. Thema ist der Vergleich von Mischwald und Fichtenmonokultur, wofür sich das kleine Wäldchen hinter der Gartenstadt hervorragend eignete. Nach dem Jahrhundertorkan Wiebke 1990, dem viele Fichten zum Opfer fielen, wurden die Kahlflächen mit Laubbäumen aufgeforstet - inzwischen 35-jährige Bestände. Im Laufe der Zeit kamen weitere Sturmschäden und Borkenkäfer-Schäden hinzu, so dass der Fichtenanteil kontinuierlich sank. Seit Jahren zeichnete sich ein Ende dieser Entwicklung ab, und im Oktober 2026 war es soweit: von einst mehreren Hektar Fichtenwald waren nur noch wenige Dutzend Bäume übrig, die meisten davon bereits abgestorben (aufgrund Dürresommer und Borkenkäferbefall), oder vom Sturm umgeknickt, oder noch grün aber von Borkenkäfer-Bohrlöchern übersät, also auch ohne Überlebenschance. „Seit 20 Jahren mache ich diese Waldexkursion, und ihr seid die letzten von fast 1000 Schülern, die den Vergleich von Laubwald und Fichtenwald hier noch sehen, denn ab nächstem Schuljahr gibt es hier keine Fichten mehr“ – das waren die eindringlichen Worte von Herr Muth an die 7. Klässler.
Außer dem Vergleich Mischwald – Fichtenwald (der auch den Bodenaufbau einschloss) mussten die SchülerInnen möglichst viele Baumarten suchen und erkennen, sie lernten das Alter von Bäumen anhand der Astquirle zu zählen, und sie untersuchten die Bohrgänge von Borkenkäfern unter der Rinde. Am Ende der Runde zeigte Herr Muth noch den „Wald der Zukunft“: stellenweise findet sich ein Mischwald aus verschiedenen Baumarten in verschiedenen Altersstadien, Naturverjüngung inklusive. Dieser Waldaufbau trotzt Stürmen, Dürre und Schädlingsbefall so gut wie kein anderer Wald, und ist im Allgäu auch immer häufiger anzutreffen.
Martin Muth